Die Stoßwellentherapie ist ein nicht-operatives Verfahren, bei dem mechanische Impulse gezielt auf das schmerzhafte Gewebe übertragen werden. In der Praxis wird sie vor allem dann eingesetzt, wenn Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen bleiben und Sport, Alltag oder Training deutlich eingeschränkt sind.
Für Osgood-Schlatter gibt es bislang keine großen Standardstudien, aber zwei Fallserien mit positiven Ergebnissen: In einer Studie wurden 14 Jugendliche mit therapieresistentem Morbus Osgood-Schlatter mit radialer Stoßwellentherapie behandelt. Im Langzeitverlauf zeigte sich bei den meisten Patienten eine uneingeschränkte Kniefunktion und es wurden keine negativen Auswirkungen auf die Wachstumsfugen berichtet. Eine weitere Untersuchung an 22 jugendlichen Sportlern mit Überlastungsbeschwerden im Bereich der Wachstumsfugen – darunter 15 mit Osgood-Schlatter – zeigte nach 1 bis 3 Sitzungen fokussierter Stoßwellentherapie eine Rückkehr zum gewohnten Aktivitätsniveau bei den meisten Patienten innerhalb von 2 bis 4 Wochen, ebenfalls ohne unerwünschte Ereignisse.
Für Patienten und Eltern bedeutet das: Die Stoßwellentherapie ist keine Wunderbehandlung und ersetzt keine gute Diagnose oder Belastungssteuerung. Sie kann aber bei anhaltenden Beschwerden eine schonende Option sein, um Schmerzen zu reduzieren und die Rückkehr in Sport und Alltag zu erleichtern